Brustkorb (Thorax)

Hautpflege

Die Haut im Bestrahlungsfeld dürfen Sie (z.B. beim Duschen) vorsichtig mit lauwarmem Wasser benetzen. Keine Seife, kein Duschgel etc.! Wenn eine milde Waschlotion benutzt wird, muss sie bitte gut abgespült werden, sodass keine Reste auf der Haut verbleiben. Beim Abtrocknen tupfen, nicht rubbeln! Evtl. mit einem Fön trocknen.

–  Wir empfehlen zur Pflege alternativ

  • einfachen, parfümfreien Puder. Damit sollten Sie die bestrahlten Hautbereiche 3 x pro Tag einpudern. Dies dient der besseren Erhaltung der Anzeichnung. In Hautfalten soll kein Puder angewendet werden. Wenn Sie damit nicht zurecht kommen, melden Sie sich bitte; man kann auch auf Creme umstellen.
  • Eine rasch einziehende Creme, z.B. mit Dexpanthenol oder Harnsäure. Bitte fragen Sie nach, welche in Ihrer Abteilung empfohlen wird.

– Andere Substanzen, wie Salben, Cremes, Gele, Deodorants usw. sollten Sie innerhalb der bestrahlten Region nicht verwenden. Im Zweifel fragen Sie uns!

– möglichst weite, weiche Kleidung und Wäsche tragen. Für Unterwäsche ist Baumwolle empfehlenswert. Oft färben die Markierungslinien auch die  Wäsche, darum nicht Ihre Lieblingswäsche benutzen!

– möglichst viel Luft an die bestrahlte Haut lassen, insbesondere im Bereich von Hautfalten, z.B. die Analfalte oder die Leisten

– wenn offene Stellen auftreten, zeigen Sie diese unbedingt. Keine eigenen Cremes oder Salben benutzen!

Pflege der Schleimhaut in Rachen und Speiseröhre

Möglichst auf Nikotin und Alkohol verzichten.
Alkohol und Nikotin reizen die Schleimhäute in Rachen, Luftröhre und Speiseröhre, die unter Bestrahlung empfindlicher sind als sonst. Es gibt des weiteren Hinweise, daß Rauchen die Wirkung der Strahlentherapie beeinträchtigt.

Auswahl geeigneter Speisen:
Saure Speisen (z.B. Salat mit Essig, Früchte, Fruchtsäfte) vermeiden
Scharfe und stark gewürzte Speisen vermeiden
Zu heiße Speisen vermeiden; Eis dagegen ist gut, ebenso kalte Getränke; wenig Kohlensäure
1–2 x pro Woche Gewicht kontrollieren
WICHTIG: Ausreichende und ausgewogene Ernährung!
Haben Sie Fragen zur Ernährung oder Schwierigkeiten beim Essen? Fragen Sie uns!


Was tue ich, wenn Nebenwirkungen auftreten?


Eine gewisse Haut- und Schleimhautreizung tritt oft während und kurz nach der Bestrahlungsserie auf. Typischerweise beginnt sie nach ca. 2–3 Wochen. Es können Schluckbeschwerden neu auftreten oder bereits vorhandene zunächst schlimmer werden. Aber: Es kann Ihnen geholfen werden, indem man Ihnen Medikamente verschreibt, die die Beschwerden lindern oder Ihnen z.B. ein spezielles Ernährungsprogramm verordnet. Bei frühzeitigem Einsatz ist der Erfolg oft wesentlich besser. Also: Bei allen Beschwerden, die neu auftreten, rechtzeitig Ihren betreuenden Arzt informieren!

Bei Bestrahlungen, die auch Anteile der Lunge betreffen, kann es im Zeitraum von ca. 6 Wochen nach Ende der Strahlentherapie zu einer Entzündung in der Lunge kommen (Pneumonitis). Diese äußert sich durch Verschlechterung des Befindens, Zunahme von Husten und Auswurf sowie erhöhte Temperatur. Treten diese Symptome auf, kommen verschiedene Diagnosen in Frage, allerdings sollte die strahlenbedingte Pneumonitis als Ursache gezielt untersucht werden. Sie sollten sich beim Auftreten dieser Symptome in jedem Falle mit Ihrer Strahlentherapie in Verbindung setzen. Diese Information sollten Sie dann auch Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin zur Verfügung stellen, damit er/sie gegebenenfalls Rücksprache hält.

(C) 2000 by P. Schüller, Strahlentherapie WWU Münster;