Leitlinien „ Supportive Maßnahmen in der Radioonkologie“
Die Supportivtherapie in der Onkologie umfaßt ein interdisziplinäres Spektrum von unterstützenden und begleitenden therapeutischen Maßnahmen. Eine adäquate Supportivtherapie verbessert einerseits die Voraussetzungen für die Durchführbarkeit onkologischer Therapien und vermindert bzw. verhindert andererseits das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen einer potentiell toxischen Therapie.
Durch eine Optimierung der Supportivtherapie sollen die angestrebten Behandlungsergebnisse möglichst prognostisch verbessert und die Lebensqualität der Patienten erhalten oder gesteigert werden. Weiterhin stellt die Linderung tumorbedingter Symptome eine Zielsetzung supportiver Maßnahmen dar.
Bei multimodalen Therapiestrategien kommt es zu einer Potenzierung von Nebenwirkungen. Auf spezifische Nebenwirkungen der Chemotherapie wird in diesen Leitlinien nicht eingegangen.
Supportive Maßnahmen sollten bereits im prophylaktischen Ansatz eingesetzt werden. Die individuell angepaßte Supportivtherapie ist abhängig von den auftretenden bzw. den zu erwartenden Symptomen, deren Intensität und Zeitverlauf sowie Pathogenese.
Eine optimale Therapieplanung zur Vermeidung von Nebenwirkungen wird vorausgesetzt. Es sollte eine nachvollziehbare Dokumentation des klinischen Verlaufes erfolgen, die Nebenwirkungen werden nach RTOG-Kriterien dokumentiert.
Eine begleitende psychoonkologische Betreuung des Tumorpatienten zählt ebenso zum Spektrum der Supportivtherapie, wie die organspezifische, symptomorientierte Therapie.
Im Folgenden werden die wichtigsten Nebenwirkungen einer Radiotherapie organbezogen abgehandelt und supportive Maßnahmen nach den Kriterien der Evidence basierten Medizin zusammengestellt.
|